12 Nov, 2009 | Author: petra galkova | No Comments »
ich habe es satt. wir haben es satt! beinahe die gesamte community der österreichischen lesben, schwulen und transgender menschen hat es einfach satt!! welchen wert haben wir für diese regierung? null? offenbar ja. menschen zweiter klasse, die versteckt gehalten werden müssen. wir sollen unsichtbar sein und werden wie ein lästiges übel behandelt. es wird uns ein angeknabberter knochen hingeworfen und die damen und herren der regierenden parteien wundern sich, warum wir nach ihm nicht voller freude springen.
keine feier am standesamt, ein absolutes (!) verbot der stiefkindadoption, verbot der adoption von fremdkinder und künstlicher befruchtung. die heterosexuelle ehe darf mit 16 jahren abgeschlossen werden, die lebenspartnerschaft dürfen lesben und schwule erst mit 18 schliessen. frau/mann darf nicht den namen der partnerin/des partners annehmen. dies alles und vieles mehr kann als mutwillige bösartigkeit seitens der gesetzesschreiber_innen gewertet werden. richtig pervers wird das ganze ab dem moment, wo auf einmal die lesben und schwulen “bevorzugt” bzw. von dem strafrecht anders als verheiratete behandelt werden. wenn zB. meine partnerin mein auto ohne mein gewissen verwendet, kann ich sie anzeigen – in einer ehe ist es nicht möglich. warum eigentlich? sollte sie mir etwas entwenden, kommt sie auch nicht straflos davon. wäre sie meine ehefrau, dürfte sie es (!). den eingetragenen partner_innen soll auch das recht auf aussageverweigerung nicht möglich sein. die straflosigkeit geringfügiger fahrlässiger körperverletzungen zwischen ehepartnern gilt nicht für eingetragene partner. dafür ist aber täuschung bei eigehen der EP straflos. und eine zwangspartnerschaft qualifiziert der gesetzesvorschlag auch als ‘nicht strafbar’.
es sind nur einige wenige beispiele, zeigen aber die allgemeine verwirrtheit der menschen, die hinter diesem gesetz stehen. am schlimmsten ist aber die an bösartigkeit grenzende ignoranz: das aktuell vorliegende gesetz klammert alle anderen lebensbereiche aus und die zukünftigen eingetragen partner_innen sollen vor einem dschungel aus benachteiligungen im arbeits-, ausländerbeschäftigungs-, fremden-, krankenversicherungs-, pensions-, sozial-, staatsbürgerschafts-, steuerrecht stehen!
aber uns reicht’s!
über 60 lesbischwultrans-vereine, ngo’s und mehrere privatpersonen rufen deshalb zu einer demonstration/kundgebung auf:
31 Okt, 2009 | Author: petra galkova | No Comments »
normalerweise würde solche aussage pervers klingeln, im aktuellen fall bin ich richtig stolz sie aussprechen zu können. die beharrlichkeit und professionalität der demonstrant_innen sind überwältigend und zeigen allen, denen es nicht wurscht ist, was in österreich in den letzten jahren passiert, wie so etwas gemacht gehört.
das mit dem stolz ist zwar schwierig – habe doch selber nichts dazu beigetragen – trotzdem macht es mich glücklich, dass sich in diesem land jemand findet, dem ‘die sache’ wichtig und nicht ‘die möglichen auswirkungen’ ist. in sachen revolution/umsturz/widderstand bin ich eine alte häsin – als kind habe ich hautnah den prager frühling erlebt, später versucht bei der charta77 mitzumischen und die teilnahme an der samtenen revolution in der tschechoslowakei 1989 hat mich den asylstatus in österreich gekostet. dieses land hat sich in den letzten 20 jahren allerdings ziemlich mutlos präsentiert. abgesehen vom den waldheim-protesten, lichtermeer, den donnerstagsmärschen und der lichterkette hat österreich einiges über sich ergehen lassen. ohne grösseres aufmucken. aber jetzt brennt die uni! und kaltschnäuzigkeit der abgehobener politik beginnt ein ganz kleines bisschen nachzulassen. es ist nur ein anfang, aber das brennen der studenten für ihre sache macht mich einfach glücklich und ich hoffe, dass sich dieses feuer noch weiter ausbreitet und das glühen in den studenten über jahre funkeln wird.
18 Okt, 2009 | Author: petra galkova | No Comments »
nach einem langen sommer, richtig entspannendem urlaub und nach langem hin und her habe ich mich entschlossen diesen schritt doch zu machen.
entschieden habe ich mich eigentlich schon vor langer zeit, dann aber trafen die grünen wien die grünen vorwahlen und ich habe zu zweifeln begonnen. die art und weise, wie der wiener landesvorstand, dessen mitglied ich damals noch war, mit den vorwähler_innen umgegangen ist haben mich fast zu verzweiflung getrieben. meine stimme, die sich wünschte dem statut der grünen wien zu entsprechen und die neuen unterstützer_innen mit offenen armen aufzunehmen, war zwar nicht die einzige, es hat aber trotzdem nicht gereicht. zu gross waren die verschiedensten ängste, zu intensiv der widerstand. und meine lust, mich noch tiefer in die strukturen der wiener grünen zu begeben, ist rapide gesunken.
es sind jetzt mehrere monate vergangen, die wunden sind noch nicht verheilt, aber das leben geht doch weiter. und auch mein grünes leben. einerseits sehe ich politisch keine andere alternative, anderseits gibt es in dieser stadt (und in diesem land) noch unendlich viel zu tun. und das alles ist unvergleichbar wichtiger, als persönliche animositäten. von welcher seite auch immer. deshalb begebe ich mich auf den weg und trete am 15.11. bei der listenwahl der grünen kandidat_innen für die wiener gemeinderatswahl 2010 an.